"Deutsche und Tschechen: Wie aus einem schwierigen Verhältnis eine gute Partnerschaft wurde"

Robert Schuster (Foto: Robert Schuster)
Sudetenland (Foto: Robert Schuster)
Sudetenland (Foto: Robert Schuster)

Vortrag von Robert Schuster

Journalist bei der überregionalen tschechischen Tageszeitung „Právo“

Lange galten die Beziehungen zwischen Deutschland und Tschechien als unterkühlt. Wirtschaftlich lief es nach der Wende blendend, vor allem dank dem starken Fokus beider Volkswirtschaften auf dem Automobilbereich. Aber politisch fühlte sich Prag etwas im Hintertreffen, vor allem im Vergleich mit dem Engagement Berlins in Richtung Polen oder Ungarn. Auch wirkten die Schatten der gemeinsamen Vergangenheit nach. Mit der Deutsch-Tschechischen Erklärung aus dem Jahr 1997 wurde ein wichtiger Grundstein für die Bildung eines dichten Netzes von gemeinsamen deutsch-tschechischen Initiativen gelegt. Das half auch, die Beziehungen widerstandsfähiger zu machen gegenüber Populisten, die immer wieder versuch(t)en, alte Ressentiments zu bedienen. So können heute Deutsche und Tschechen auch über Themen reden, wo sie nicht einer Meinung sind, etwa über die unterschiedlichen Ansätze in der Energiepolitik. Und auch der Umstand, dass das Treffen der aus der Tschechoslowakei nach 1945 vertriebenen Sudetendeutschen 2026 erstmals in Tschechien stattfand, zeugt von dieser neuen Qualität.

Vita Robert Schuster

Robert Schuster ist 1974 im Egerland geboren und in Loket, dem früheren Elbogen aufgewachsen. Er ist zweisprachig aufgewachsen – der Vater ist ein in der Heimat verbliebener Sudetendeutscher, die Mutter Tschechin.

Mit 15 Jahren erlebte er die politische Wende, die somit zu einer grundlegenden Weichenstellung für den künftigen Lebensweg wurde. Es folgte ein Studium der Politikwissenschaften und Germanistik an der Karlsuniversität in Prag, ein einjähriger Studienaufenthalt an der Universität in Bonn.

Schon während des Studiums startete er erste journalistische Versuche, später erhielt er eine Festanstellung in der ältesten tschechischen Tageszeitung, der Lidové noviny. Zwischendurch betreute er eine außenpolitische Monatszeitschrift, war Mitarbeit bei Radio Prag, dem Auslandssender des Tschechischen Rundfunks und arbeitete als Korrespondenten für die österreichische Tageszeitung Der Standard. Nach einem kurzen Abstecher in die Presseabteilung des Justizministeriums ist er seit 2015 wieder journalistisch tätig.

Wohnhaft in Prag, verheiratet, vier Söhne.

Ort:
Dritter Ort – Bücherei der Zukunft, Poststraße 42

Dienstag, 8. September 2026

Beginn:
19.30 Uhr

Eintritt:
10,- € / 5,- €


Dritter Ort – Bücherei der Zukunft

Poststraße 42 · D-57319 Bad Berleburg

Internet www.bad-berleburg.de

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